Cardueliden- und Prachtfinkenzucht Brütting

Geschlechtsgebundene Vererbung

Eine weitere Vererbungsweise wird als geschlechtsgebunden bezeichnet. Die hierbei zuständigen Gene sitzen an den Geschlechtschromosomen, wovon das Männchen zwei längliche, in Form und Information identische, und das Weibchen zwei unterschiedlich ausgebildete besitzt. Das eine ist länglich wie die beim Männchen und Träger der gleichen Erbfaktoren. Das andere ist merklich kürzer, häkchenförmig gekrümmt und für die Bestimmung des Geschlechts zuständig.
 
Bei Vögeln verhält es sich also genau umgekehrt wie bei den Säugetieren, wo die XY-Chromosomen beim Männchen, die XX-Chromosomen beim Weibchen vorhanden sind. Für die geschlechtsgebundene Vererbung sind die Buchstaben X und Y gewählt worden. So werden die beiden gleichen Geschlechtschromosomen mit den XX von den weiblichen mit XY unterschieden.
 
Nach der Befruchtung entsteht ein diploider (normal doppelter) Organismus, der sich je nach Zusammenfügen der Geschlechtschromosomen zu einem männlichen oder weiblichen Fötus entwickelt. Dringt ein männlicher Same, stets ein X-Chromosom, in die weibliche Eizelle mit einem X- Chromosom, dann entwickelt sich ein männlicher Nachkomme. Verschmelzen ein weibliches Y- Chromosom und ein männliches X- Chromosom, so entsteht ein weiblicher Fötus.

Beim sogenannten Crossing over (Überkreuzen) reißen manche der sonst paarig vorhandenen fadenartigen und im Kernsaft schwimmenden Chromosomen auseinander und wachsen an anderer Stelle wieder zusammen. Durch die Änderung der Erbanlagen treten ganz andere als die zu erwartenden Resultate zu Tage.

Vererbungsbeispiele folgen in den nächsten Tagen
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